Saisonstart: Korsika Early Bird 2015



Immer wenn der Winter sich langsam dem Ende zuneigt und ein jeder Paddler schon in den Startlöchern sitzt um die neue Saison zu beginnen heißt es für mich: Auf nach Korsika! Da ich in diesem Winter das erste Mal seit 6 Jahren meine Winterferien nicht in warmen Gefilden auf der Südhalbkugel verbrachte fühlte sich dieser Winter extrem lange an und so war meine Vorfreude aufs Paddeln und endlich wieder draußen sein natürlich unermesslich. Denn Korsika bedeutet für mich das erste Frühlingserwachen zu erleben. Am morgen wecken einen die Vögel mit ihrem Gezwitscher, das Gras sprießt in frischem saftigen grün aus dem Boden, die Bäume fangen an zu blühen, die Sonne sendet ihre ersten kräftigen Strahlen aus und wärmt angenehm auf der Haut. Die Flüsse laden mit ihrem glasklaren grünen Wasser plätschernd dazu ein die Paddelsaison zu beginnen und am Abend kann man sich an den prasselnden Flammen des Lagerfeuers wärmen und die Tage gemütlich ausklingen lassen.



In diesem Jahr  verbrachte ich die ersten beiden Märzwochen auf der Île de Beauté. „Ist das nicht viel zu früh?“ „Kein Wasser dafür eiskalt!“ „Viel Spaß im Schnee!“ Das waren die Kommentare, die ich mir vor unserer Abreise anhören durfte und so freute ich mich natürlich umso mehr als ich bei unserer Ankunft im Hafen von Bastia als Erstes meine Sonnenbrille rauskramen musste und das Thermometer stolze 15°C anzeigte. Nach einem ersten Stopp im Supermarkt - korsischer Käse, Lonzo, Croissants, Baguette, Crevetten, Grillfleisch und Pietra - waren wir für den ersten Tag auf der Insel gerüstet und so konnte der Urlaub beginnen.


Die nächsten Tage brachten Tauwetter der Extraklasse. Schon zum Frühstück in der Sonne wehte ein warmer Wind und die Temperaturen kletterten auf 25 Grad. Die Pegel der Flüsse stiegen an und wir absolvierten ein strammes Paddel-Programm mit 2-3 Teilstrecken pro Tag. Es tat gut am Abend in den Schlafsack zu kriechen, jeden einzelnen Muskel im Körper zu spüren und erschöpft von der körperlichen Anstrengung einzuschlafen. Nachdem die Schneedecke in den Bergen zusehends dünner wurde folgte wie bestellt eine Nacht lang Regen bzw. Schnee in den Bergen, so dass das Nachschub-Wasser für die nächsten Tage gesichert war.

Nach einer traumhaften ersten Woche Paddelspaß in der wir die Flüsse der kleinen Mittelmeerinsel ganz für uns alleine genießen durften trudelten die ersten Kursteilnehmer ein. Nebst Golo, Asco und unterem Vecchio standen ein Ausflug zum Taravo sowie diverse Fahrten durch die Tavignano Schlucht auf dem Programm. Die warmen sonnigen Frühlingstage und die Schönheit der korsischen Flüsse entschädigten für den Raureif auf den Schlafsäcken und die kalten Zehen in den noch kalten Nächten.

Leider neigte sich auch die zweite Woche auf Korsika viel zu schnell dem Ende zu und so mussten wir uns wohl oder übel für ein weiteres Jahr von der Insel verabschieden. Doch eins ist sicher – wir werden wiederkommen!

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